In der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder zu Epidemien, die durch besonders aggressive und schnell übertragbare Viren ausgelöst wurden und weltweit zu zahlreichen Erkrankten und zu vielen Todesfällen führten. Viele dieser Epidemien hatten ihren Ursprung in so genannten „Zoonosen„ — d. h. sie gehen auf Viren zurück, die von Tieren auf den Menschen übergesprungen sind.
– ein Gastbeitrag in zwei Teilen von Dr. med. Udo Böhm –
Teil 1: Virale Infekte, Immunsystem und Milieu
Einführung — Die zunehmende Bedeutung von „neuartigen” Viren für unseren Lebensalltag
In der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder zu Epidemien, die durch Viren ausgelöst wurden. Die Hongkong-Grippe, die spanische, asiatische oder russische Grippe führten zu zahlreichen Erkrankten und zu vielen Todesfällen. Zuletzt häuften sich grippeähnliche Virusepidemien wie das SARS-Syndrom (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), das MERS-Syndrom (Middle East Respiratory Syndrome), die Schweinegrippe sowie das Ebola-, Gelb- und West-Nil-Fieber oder auch COVID-19 (Corona virus disease-19) durch SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2).
Meistens handelt es sich bei dieser Art von Virusinfektionen um Zoonosen, welche von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Die Wissenschaft geht mit einem hohen Grad an Sicherheit davon aus, dass sich solche Epidemien häufen werden. Derzeit stellt sich nicht die Frage, ob, sondern wann wieder eine neue „Unknown-Virus-Disease“ durch aggressive und sich schnell übertragende Viren erscheinen wird [1–3].
Oft beschränken sich die Virusangriffe nicht auf ihre erste Eintrittspforte, die Atemwege. Es werden auch viele andere Organsysteme wie das Herz, das Nervensystem, der Magen-Darm-Trakt oder die Nieren in Mitleidenschaft gezogen. Vermehrt kommt es zudem zu komplizierenden Multiorganerkrankungen. Viele Betroffene, auch jüngere Patienten und sogar Kinder, leiden darüber hinaus lange unter den Spätfolgen. Diese können sich in Form von Geruchs- und Geschmacksstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, kardiovaskulären Störungen, Schwäche, neurologischen Problemen, Kopfschmerzen, Depressionen oder als sogenanntes „multisystemisches inflammatorisches Syndrom“ äußern [4–6].
Beispiele für direkte Ursachen dieser schweren Verläufe sind [7]:
- Schnelle Mutationen der Viren mit Bildung neuer Subtypen
- Das Virus wurde von Tieren (z. B. Schweinen, Vögeln, Hühnern) auf den Menschen übertragen und hat sich anschließend weltweit verbreitet, vor allem über Schiffe und Flugzeuge
- Vermehrt großindustrielle Fleischproduktion und zunehmender weltweiter Handel mit Mast- sowie Wildfleisch
- Globalisierung (Wirtschaft und Handel)
- Internationaler Tourismus
- Urbanisierung und dichte Besiedlung (inkl. Wasser- und Wohnqualität)
- Klimawandel, Abholzung und Störung der Biodiversität (inkl. Abnahme der Artenvielfalt bzw. Verbreitung „resistenter“ Arten)
Getriggert werden die hier genannten Auslöser durch [8–10]:
- Ungünstiges „modernes“ Ernährungsverhalten und Nährstoffdysbalancen
- Schadstoffbelastungen (z. B. Feinstaub, Rauchen, Plastik, endokrine Disruptoren, sonstige Chemikalien, Metalle)
- Vorbestehende Krankheiten und Stoffwechselstörungen (z. B. Adipositas, schwaches Immunsystem, gastroenterologische Erkrankungen)
- Alter
- Banale parallel auftretende Erkältungen und klassische Influenza (erhöhen die Übertragungsraten von Coronaviren)
- Bisher unbekannte Faktoren
Da wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft nicht den „menschengeförderten“ Virusinfekten und deren Folgen entziehen können, müssen wir aktiv etwas unternehmen, um uns zumindest präventiv besser vor diesen Infektionen zu schützen.
Aus meiner Sicht gibt es im Bereich des präventiven Schutzes nur zwei allgemein begehbare und kostengünstige Wege:
1.) Optimierung des äußeren Milieus
2.) Optimierung des inneren Milieus mit Stärkung der Ressourcen und Resilienz
Optimierung des äusseren Milieus

Das äußere Milieu umfasst die Welt, in der wir leben und in der sich Viren „herumtreiben“. Die Verbesserung dieses Lebensraumes zählt sowohl präventiv als auch therapeutisch zu den unverzichtbaren Basismaßnahmen zur Eindämmung von Viren und anderen Gesundheitsgefahren. Dies sollte jeder „Gesundheitsberufler“ seinen Klienten konsequent vermitteln.
Viren wie die Coronaviren vermehren sich nicht außerhalb von Zellen. Sie verschwinden, wenn sie keinen Wirt mehr finden oder wenn auf Dauer ein Infizierter weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.
Über das Ausatmen, Sprechen, Singen oder Spucken und möglicherweise sogar über den Stuhl (Faeces) verteilen sich Viren vor allem in den ersten Tagen nach einer Infektion in großen Mengen in der näheren Umgebung ihres alten Tier- oder Menschenwirts. Sie lagern sich auf toten und lebenden Oberflächen ab und warten auf einen neuen Wirt.
Jede Maßnahme, die wir gegen diese „Biester“ ergreifen, erschwert es ihnen, einen neuen Wirt zu erreichen. Am effektivsten ist dabei eine Kombination mehrerer synergistisch wirkender Aktivitäten.
Dazu zählen im weiteren Umfeld — soweit machbar — die Vermeidung oder Reduzierung der Ursachen und Trigger für die Verbreitung der Viren (siehe oben).
Im persönlichen äußeren Milieu sollten unnötige Kontakte eingeschränkt, Abstand gehalten sowie Schutzmasken getragen werden. Darüber hinaus sollten Hygienemaßnahmen wie die Hände- sowie Flächendesinfektion und regelmäßiges Stoßlüften durchgeführt werden (siehe Grafik 1).

Anmerkung zum Stoßlüften:
Lüften ist nicht nur wichtig, um Viren zu vertreiben. Es dient auch dazu, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu regeln. Im Winter ist die Luft normalerweise sehr trocken, entweder wegen niedriger Außentemperaturen oder aufgrund der durch das Heizen hohen Raumtemperaturen.
Beide Extreme belasten die Atemwege und schwächen deren Keim- sowie Schadstoffabwehr.
In Arbeits- und Wohnräumen sollten die Temperaturen deshalb bei 20 bis 22 °C liegen und in Schlafzimmern bei 16 bis 18 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich dabei möglichst zwischen 40 bis 50 % bewegen.
Die Heizkörper sollten entsprechend eingeregelt werden. Bleibt die Luft trotzdem zu trocken, kommt das Stoßlüften ins Spiel, beispielsweise 2 bis 3-mal täglich für jeweils 5 bis 15 Minuten. Im Schlafzimmer sollte man bei niedrigen Außentemperaturen die Fenster geschlossen halten und nur früh und abends Stoßlüften. Zusätzlich kann man bei Bedarf eine Wasserschale aufstellen oder feuchte Wäsche auf die Heizkörper legen. Auch durch das Versprühen von Wasser kann die Luftfeuchtigkeit angehoben werden.
Optimierung des inneren Milieus
Als inneres Milieu bezeichne ich unseren individuellen Gesamtorganismus. Eine herausragende Rolle spielen hierbei die Zugangswege für Viren einschließlich der Barrieren: die Atemwege und der gesamte Stoffwechsel in all seinen miteinander synergistisch agierenden Facetten, insbesondere das Immunsowie Entzündungssystem.
Die Viren und was sie auslösen
Viren sind unterschiedlich aggressiv und schlau. Die aktuell so problembehafteten Coronaviren gehören zu den schlaueren Exemplaren. Sie reproduzieren sich schneller als andere Viren, sind stabiler und können auch bei höheren Temperaturen mehrere Tage überleben. Und sie treffen häufig auf immunologisch noch naive Populationen (ohne spezifischen vorbestehenden Schutz).

Coronaviren gelangen üblicherweise über Mund und Nase in den Nasen-Rachenraum. Anschließend wandern sie in die Bronchien und Lungenbläschen (Alveolen). Sofern sie nicht vorher mithilfe lokaler Schutzmechanismen abtransportiert oder unschädlich gemacht wurden (s. „Atemwege und ihre Barrierefunktion“), docken sie im Zielgebiet über sogenannte Spike-Proteine an ACE- und Neuropilin-1-Rezeptoren an den Zellen an und dringen in die Zelle ein. Dann vermehren sie sich intrazellulär, töten die Zelle und verbreiten sich weiter (siehe Grafik 2).
Begleitend zum Virusbefall kommt es zu einer Entzündung mit einer Zunahme von Triggern wie NF-αB, TNF-α, IL-1, IL-6, IL-8, Arachidonsäure, COX-2, PGE2, Proteinkinase C und CRP. Zudem entsteht oxidativer Stress, welcher seinerseits die Entzündung triggert.

Das Immunsystem aktiviert verschiedene einander ergänzende Maßnahmen, welche gemeinsam die eingefallenen Viren und die infizierten Zellen beseitigen sollen (siehe Grafik 3). Dazu zählen u. a. die Produktion von Interferonen und die Bildung von dendritischen Zellen, Makrophagen, NK-Zellen, Antikörpern sowie B- und T-Zellen.
Dies gelingt jedoch nicht immer. Insbesondere eine hohe Viruslast und ein nicht optimal funktionierendes Immunsystem können ursächlich für eine ungebremste Ausbreitung der Viren sowie eine Entgleisung des Immun- und Entzündungssystems im Sinne eines „Zytokinsturms“ sein.
Zudem behindern die Viren den normalen Ablauf der Immunantwort, indem sie z. B. die Bildung nicht voll funktionsfähiger T-Helferzellen anregen, welche kaum Interferon-α produzieren und damit die Immunkaskade blockieren [11-12].
Die Atemwege und ihre Barrierefunktion
Viren, die Atemwegsinfektionen auslösen, und viele andere Belastungsfaktoren wie Gase, Feinstaub und Pollen gelangen über die Atemwege in den Organismus. Gesunde Atemwege dienen als Barriere gegen Bedrohungen aus der Umwelt. Sie können die meisten der in sie eindringenden Stressoren abfangen, abtransportieren oder unschädlich machen. Dazu nutzen sie unter anderem die mukoziliäre Clearance (Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien), dünnflüssigen Schleim, die Weitstellung der Bronchien und intraluminale Immunbausteine wie Makrophagen oder sIgA.
Sind Clearance sowie Immunfunktion eingeschränkt, ist der Schleim dickflüssig. Sind zudem noch die Bronchien enggestellt, steigt das Risiko für Infekte und andere Gesundheitsstörungen stark an. Dies kann auch durch zu trockene Umgebungsluft ausgelöst werden (vgl. „Anmerkung zum Stoßlüften“ weiter oben).
Die Virenabwehr
In der beschriebenen Situation scheint mir die einzig erfolgversprechende und jedem persönlich zur Verfügung stehende Möglichkeit gegen die Virusinvasion in einer Stärkung des inneren Milieus zu bestehen. Der Schwerpunkt sollte dabei auf das Immunsystem und die Barrierefunktion sowie auf die besonders gefährdeten Stoffwechsel- und Organsysteme gelegt werden.
Die aus meiner Sicht wichtigsten beeinflussbaren Parameter sind in Grafik 4 (s. u.) zusammengefasst und bilden die Grundlage für ein sinnvolles Maßnahmenpaket, bei dem ebenfalls gilt, dass eine Kombination die besten Ergebnisse erwarten lässt.
Beispiele für Maßnahmen zur Stärkung des inneren Milieus sind:
- Optimierung des allgemeinen Lebensstils (einschließlich vollwertiger pflanzenbasierter Ernährung, regelmäßiger moderater körperlicher Belastung, Reduktion von Schadstoffbelastungen und negativem Stress)
- Optimierung der Versorgung mit essenziellen Nährstoffen
- Stärkung der körpereigenen Barrieren (vor allem Darm, Atemwege, Haut)
- Modulation des Immun- und Entzündungssystems mit dem Anstreben einer Homöostase, Förderung antientzündlicher Effekte (z. B. Aktivierung von naiven T-Zellen, dendritischen Zellen, NK-Zellen, Makrophagen) und Inhibierung entzündungsfördernder Mechanismen (z. B. IL-6, T-Gedächtniszellen)
- Stärkung des allgemeinen Stoffwechsels (z. B. Redoxsystem, Entgiftungssystem, Energiegewinnung, psycho-neuro-endokrines System)
- Vermeidung oder optimierte Therapie von Begleiterkrankungen
- Ggf. Screening auf genetische Polymorphismen und epigenetische Einflüsse
- Impfungen, soweit schnell genug verfügbar, ohne Nebenwirkungen und mit sicherer langanhaltender Wirkung

Bei dem Thema „Stärkung des inneren Milieus“ soll nicht unerwähnt bleiben, dass physiologischerweise im Alter die Funktionen des Gesamtstoffwechsels und insbesondere auch des Immunsystems im Sinne einer „Immun-Seneszenz“ nachlassen. Ältere Menschen sollten dem Thema „Verbesserung der Immunkompetenz“ besondere Beachtung schenken, da diese zu den Risikopopulationen für schwerere Verläufe von Virusinfekten und für das Auftreten von Begleiterkrankungen zählen.
Die Aufgaben der Mikronährstoffe
Im Zusammenhang mit der Stärkung des inneren Milieus haben sich in der Vergangenheit und insbesondere auch während der aktuellen COVID-19-Pandemie Mikronährstoffe in der Prävention und Therapie bewährt.
Mikronährstoffe verbessern als biochemisch essenzielle Substanzen einerseits die Barrieren, die Funktionen von Organen und den Gesamtstoffwechsel einschließlich Redoxsystem, Biotransformation („Entgiftung“), Magen-Darm-Funktion, Energiegewinnung und Neurotransmitterhaushalt. Andererseits sorgen sie dafür, dass das Immun- und Entzündungssystem optimal arbeiten kann und mit den hohen Anforderungen besser fertig wird. Sie sind deshalb führende Akteure in der Prävention (und Therapie) von Virusinfekten und deren Folgen.
Besonders effektiv sind Mikronährstoffe in der Kombination mit anderen möglichst schonenden ganzheitlichen und konventionellen Maßnahmen. Das synergistisch positive Zusammenwirken aller Komponenten will ich Ihnen im Folgenden im Rahmen eines Gesamtkonzepts vorstellen.
Ein ganzheitliches Konzept gegen Virusinfekte
Als Ergebnis meiner bisherigen Ausführungen zum Thema Virusinfekte sehe ich zwei zentrale Aufgaben für Gesundheitsberufler:
- Effektive Prävention
- Effektive ganzheitlich orientierte Therapie
Einleitend möchte ich noch einmal daran erinnern, dass sich durch einen vernetzten Einsatz mehrerer sich synergistisch beeinflussender Maßnahmen die besten Ergebnisse erzielen lassen. Es sollten also sowohl in der Prävention als auch in der Therapie von Virusinfekten und ihren schädlichen Folgen möglichst viele der vorgestellten Komponenten aus den Bereichen äußeres und inneres Milieu miteinander kombiniert werden. Ein gesunder Lebensstil bildet die Basis jeglichen Vorgehens (vgl. Grafik 5).

Baustein 1: Das Präventionskonzept
Das Präventionskonzept fußt auf der Entlastung des äußeren Milieus und einer möglichst umfassenden Stabilisierung des inneren Milieus. Für die Stärkung der Barrieren und des Immunsystems sowie zur Optimierung anderer Stoffwechselkreisläufe und der Organfunktionen stehen uns derzeit fast ausnahmslos Maßnahmen der ganzheitlichen Medizin zur Verfügung. Hierzu zählen aus meiner Sicht neben der Lebensstilmedizin in all ihren Facetten vor allem die große Gruppe der Mikronährstoffe, die Pflanzenheilkunde und physikalische Maßnahmen.
Gemeinsam können diese Maßnahmen den Angriffen der Viren effektiv entgegenwirken. Das funktioniert, weil sie das Immunsystem modulieren, den Stoffwechsel sowie die Organfunktionen stärken und umfassende biochemisch wirkende, antioxidative, antientzündliche sowie antimikrobielle Effekte erzeugen. Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen bildet sogar die essenzielle Basis für eine normale Funktion aller Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper.
Phytotherapeutika können die Reparatur geschädigter Strukturen unterstützen. Zum Beispiel können sie die Atemwegsbarriere wieder funktionsfähig machen, indem sie die Verflüssigung des Schleims unterstützen, die Clearance verbessern und enggestellte Bronchien erweitern.
Die wichtigsten Partner in diesem Spiel sollen im Folgenden kurz besprochen werden.
Prävention mit Hilfe von Mikronährstoffen
Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen gilt als eine der stabilsten Säulen in präventiven und therapeutischen Konzepten.
In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass vor allem die Vitamine A, B, C, D, E und K, Spurenelemente wie Zink, Eisen, Selen und Magnesium, ungesättigte Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und die mit den Mikronährstoffen synergistisch kooperierenden Probiotika sowie Ballaststoffe eine wichtige Rolle für die Funktion des Immunsystems und der Barrieren spielen. Liegt einer dieser Stoffe in nicht ausreichendem Maße im Körper vor oder mangelt es an als Cosubstanzen agierenden Mikronährstoffen wie Schwefel, Jod, Mangan, Kobalt, Molybdän oder Kupfer, so reduziert sich die Stabilität des Stoffwechsels und die Resistenz gegen Infekte, d. h. das Infektionsrisiko steigt [13–16].
Die wichtigsten Stoffe zur Stärkung des inneren Milieus und ihre Hauptwirkungen sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Im Folgenden werde ich beispielhaft auf einige dieser (in Tabelle 1 genannten) Mikronährstoffe und deren Nutzen bei Virusinfekten laut verfügbarer Studien näher eingehen.
Vitamin C
Vielen Menschen ist Vitamin C nur als wasserlösliches Antioxidans bekannt. Es erfüllt aber auch verschiedene andere Aufgaben und hat unter anderem einen großen Einfluss auf das Immunsystem.
In Bezug auf Vitamin C gab es schon sehr früh nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 wiederholt erstaunliche Erfolgsmeldungen bei der Therapie der Virusinfektion, vor allem nach hoch dosierter parenteraler Gabe. Die Erfolge bei vielen stationären Patienten führten zur Einleitung mehrerer derzeit noch laufender Studien, mit denen die klinischen Effekte evaluiert werden sollen [17–20]. Der frühe Einsatz von Vitamin C in der Infektionsbehandlung war unter anderem deshalb möglich, weil bereits zahlreiche biochemische Auswertungen und Studiendaten zu diesem Nährstoff vorliegen. Zudem war ein schnelles unkonventionelles therapeutisches Vorgehen nötig, insbesondere wegen der raschen Ausbreitung der Viren und den teilweise verheerenden Folgen. Darüber hinaus existierten fast keine einigermaßen gut belegten Alternativen.
Damit Vitamin C adäquate Effekte in der Therapie von Viruskrankheiten erzielen kann, sind hohe Blutspiegel erforderlich. Diese können nur über eine parenterale Zufuhr erreicht werden (also üblicherweise per Injektion anstatt über den Verdauungstrakt), so dass diese zugleich Voraussetzung für die beschriebenen gesundheitsfördernden Erfolge ist.
Laut aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse verbraucht der Körper während der Infektabwehr große Mengen an Vitamin C. Der Vitamin-C-Spiegel nimmt in Immunzellen innerhalb von Stunden nach Ausbruch eines Infekts um ca. 50 % oder mehr ab. Insbesondere kritische oder septische Patienten sind von Vitamin-C-Defiziten bedroht.
Vitamin C ist ein Cofaktor zahlreicher Enzyme und erschwert die Bindung der Virusspikes an ACE2 sowie das Eindringen des Virus in die Zelle. Es verbessert die Phagozytose und aktiviert antivirale Immunprozesse wie die Bildung von voll funktionsfähigen T- und NK-Zellen, Interferon und mitochondrialem antiviralem Signalprotein.
Es unterdrückt die Suppression antiviraler Zellen und senkt IL-1, IL-6, TNF-α, CRP sowie den oxidativen Stress. Es verbessert die Barrierefunktion der Haut sowie Schleimhäute, schützt die Lunge sowie Gefäße vor einem Zytokinsturm und stabilisiert die Endothelfunktion. Niedrige Vitamin-C-Spiegel hingegen unterdrücken die Wirkungen des Vitamins und erhöhen die Risiken für Virusinfekte.
Es ist auch in Untersuchungen (beispielsweise von Van Straten, Hemila, Mitchell, Marik, Iglesias und Chen) ausreichend belegt worden, dass unter Vitamin-C-Gabe signifikant weniger Erkältungskrankheiten oder Pneumonien auftreten und stärkere Symptome schneller wieder abklingen.
Durch hohe Vitamin-C-Dosen können bei bereits infizierten Patienten auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von progressiven Organdysfunktionen sowie schwerer Sepsis minimiert und der Aufenthalt auf der Intensivstation sowie die Dauer einer mechanischen Ventilation relevant verkürzt werden [33–42].
Vitamin D
Vitamin D wirkt als Hormon endokrin sowie autokrin und übernimmt verschiedene zentrale Aufgaben im Stoffwechsel. Vitamin D ist zudem ein essenzieller Stoff in der Steuerung von Immun- sowie Entzündungsreaktionen und erfüllt dabei zahlreiche Funktionen (siehe Grafik 6).
Vitamin D wird auch in Immunzellen gebildet, Rezeptoren finden sich beispielsweise in B-, T-antigenpräsentierenden Zellen und in Monozyten. Es ist in die Modulation von Zytokinen involviert, indem es proinflammatorische Zytokine wie IL-6 reduziert und antiinflammatorische Zytokine aktiviert. Es regelt die Balance zwischen Th1- sowie Th2-Zellen und insbesondere den Switch von Th1/Th17-Antwort auf ein Th2-/Treg-Profil [43–48].

In der Allgemeinbevölkerung und vor allem bei älteren Menschen treten Vitamin-D-Defizite häufig auf. Während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 nahmen diese Defizite aufgrund des mangelnden Sonnenkontaktes wegen der Lockdown-bedingt vermehrten Indoor-Aktivitäten zu. Dieser Effekt erreichte im Winter nochmals einen Höhepunkt.
Bei Patienten mit COVID-19-Infektion finden sich überproportional häufig signifikant erniedrigte Vitamin-D-Spiegel. Der Mangel ist besonders ausgeprägt bei einem hohen CRP-Spiegel, bei akutem Lungenversagen und bei Patienten auf Intensivstationen.
Ein Vitamin-D-Defizit ist verbunden mit erhöhter Anfälligkeit für immunabhängige Krankheiten wie Atemwegsinfekte, COVID-19-Infekte, Sepsis und Autoimmunstörungen. Deshalb muss ein Vitamin-D-Defizit verhindert werden, wobei Spiegel von 40–60 ng/ml als wirksame Vorsorgemaßnahme gelten und den wohl höchsten Nutzen für die Gesundheit bringen. Jedes Defizit muss möglichst schnell durch die Zufuhr hoher pharmakologisch wirksamer Vitamin-D-Dosen ausgeglichen werden.
Bei COVID-19-Patienten besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und der Schwere der Erkrankung. Niedrige Spiegel erhöhen das Infektionsrisiko und führen zu schwereren Verläufen wie zum akuten respiratorischen Disstress-Syndrom sowie zu erhöhter Mortalität.
Adäquate Spiegel reduzieren das Infektionsrisiko bei Erwachsenen und Kindern. Sie können bei Infizierten zu einer Abnahme der CRP-Werte führen, die Mobilisierung von T-Zellen sowie die Aktivität von Killerzellen verbessern und den Zytokinsturm verhindern. Sie verbessern damit die Prognose. Die zusätzliche Anwendung hoher therapeutischer Vitamin-D-Dosen reduziert sowohl die Verlegungen auf die Intensivstation als auch die Mortalität [49–67].
Zink
Zink ist essenziell für die korrekte Bildung vieler Stoffe (wie Proteine und Transkriptionsfaktoren), da es in etlichen Enzymen als Cofaktor fungiert. Es gilt als Schlüsselspurenelement für die Immunantwort und wirkt als „Immunbalancierer“ regulierend auf das unspezifische und spezifische, auf das humorale und zelluläre Immunsystem, auf T- und B-Lymphozyten, NK-Zellen und Monozyten.
Zink wirkt antioxidativ und antientzündlich. Es stimuliert Th1 und moduliert die Th17-Differenzierung, erhöht IFN-y sowie antiinflammatorische Zytokine und senkt IL-1b, IL-4, IL-6, IL-8, IL-17, TNF-α, NF-κB und CRP. Zink inhibiert die Replikation von RNA-Viren wie SARS-Cov und EAV (Equine Arteritis Virus) unter anderem über eine Interferenz mit viralen Polyproteinen.
Bei einem Zink-Defizit nehmen NF-κB, IL-1b, TNF-α, ICAM-1 und SAA1/2 zu, während sich gleichzeitig die Menge der Lymphozyten generell sowie die Anzahl der T-Killer- und T-Helferzellen verringert. Dies führt zu einer Immundysfunktion und zu chronischen Entzündungen [68–75].
Eine gute Versorgung mit Zink reduziert die Infekthäufigkeit und schützt auch vor COVID-19 und Pneumonien. Zink senkt die Infektstärke und -dauer bei jüngeren sowie älteren Erwachsenen und bei Kindern. Auch das Risiko für Sepsis-vermittelte Erkrankungen und Mortalität wird durch Zink reduziert [76–87].
Selen
Selen ist in viele Stoffwechselprozesse als Cofaktor und in Form von Selenoproteinen eingebunden. Dadurch wirkt Selen zum Beispiel an der Bildung von Hormonen mit und beeinflusst die Differenzierung sowie Proliferation von Zellen. Der Nährstoff ist aber auch in die Regulation des Redoxsystems (z. B. als Aktivator der Glutathionperoxidase), Immunsystems und Entzündungssystems involviert.
Selen verbessert die Immunantwort gegenüber Viren. Hohe Selenspiegel reduzieren die viralen Mutationsraten und fördern die Aktivierung von Antikörpern, IFNy sowie den Switch von CD4+-Zellen in Richtung Th1-Typ. Selenoproteine fördern die korrekte Funktion von Neutrophilen, Makrophagen, NK-Zellen, T-Lymphozyten und von anderen Immunmechanismen. Die antioxidative Kapazität und die Mengen an entzündungshemmenden Zytokinen sowie Prostaglandinen nehmen zu und die Virulenz nimmt ab.
Patienten mit COVID-19 und anderen Virusinfekten haben häufig Gesamtselen- und Selenoprotein-P-Defizite. Diese Defizite erhöhen die Pathogenität und die Mortalität der Erkrankungen.
Umgekehrt wirken sich optimierte Selenspiegel vorteilhaft auf den Verlauf von COVID-19 und anderen Virusinfekten aus. So findet sich bei Zhang et al. ein Zusammenhang zwischen der Heilungsrate an COVID-19 und dem Selenstatus. In einer Studie von Moghaddam et al. haben COVID-19-Patienten, welche die Infektion überlebten, höhere Selenspiegel als jene, die verstarben [92–93].
Melatonin
Melatonin ist zunächst beteiligt an der Steuerung des Schlafs beziehungsweise des Tag-Nacht-Rhythmus. Es beeinflusst zudem die Nierenfunktion sowie den Blutdruck und unterstützt das antioxidative Netzwerk, z. B. über die Hochregulierung von Antioxidantien wie SOD.
Aber Melatonin wirkt auch antientzündlich und reduziert NF-κB, COX-2 sowie proinflammatorische Zytokine. Es wirkt immunstimulierend und fördert die Proliferation sowie Reifung von Immunzellen.
Melatonin wirkt effektiv bei Virusinfekten, akuten Lungenverletzungen, pulmonalem Disstresssyndrom oder bei Sepsis und Ischämie-Reperfusion. Es reduziert hier vor allem über antientzündliche Effekte die Infiltrationen von Makrophagen und Neutrophilen in der Lunge. Auch bei Hirnverletzungen und niedriggradigen Entzündungen kann es entzündungshemmend wirken [94–99].
Glutathion
Glutathion ist eines der effektivsten Antioxidantien. Es übernimmt essenzielle Aufgaben bei der Biotransformation, fördert die Entgiftung und ist an der Modulation vieler Zellprozesse beteiligt [100]. Es spielt aber auch eine Rolle bei der Regulierung von Immunfunktionen und Entzündungsvorgängen. Zudem korrelieren der Vitamin-D-Spiegel und dessen gesundheitliche Effekte mit der Glutathion-Versorgung [101–103].
Glutathion bremst die virale Replikation aus, indem es die Expression viraler Glykoproteine hemmt und gleicht somit die TH1-TH2-Balance aus. Es verbessert den Energiestoffwechsel der T-Zellen, aktiviert die Bildung von IFN-y, reduziert NF-κB sowie proinflammatorische Zytokine (wie IL-4, IL-5) und wirkt dem Zytokinsturm entgegen.
Bei einem Glutathion-Defizit kommt es zu einer Redoximblance in lymphatischen Organen. Die IL-12-Spiegel sind erniedrigt, die Induktion der Th1-Antwort ist eingeschränkt und die Th-2-assoziierte Antwort dominiert, was die Abwehr von Virusinfektionen verschlechtert [104–106].
Ein Glutathion-Defizit findet sich bei vielen Erkrankungen, wie z. B. Virusinfektionen, Immunstörungen und auch bei COVID-19-Patienten. Dadurch werden die Virusvermehrung sowie das Risiko für oxidative Schäden der Lunge, Hyperentzündung und für das akute Atemnotsyndrom verstärkt. Die Gabe von Glutathion wirkt dem entgegen. Sie reduziert beispielsweise bei COVID-19-Infektionen das Risiko für einen Zytokinsturm und verbessert die Funktion von Vitamin D [107–109].
Sekundäre Pflanzenstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe sind zusammen mit anderen Mikronährstoffen sowie Ballaststoffen (siehe Kapitel „Der Nutzen von Darm-Mikrobiota und Ballaststoffen bei der Prävention“) die aus gesundheitlicher Sicht wertvollsten Inhaltsstoffe einer pflanzlich orientierten und nachhaltig produzierten Ernährung. Sekundäre Pflanzenstoffe bilden die Basis von Phytotherapeutika (siehe dort) und tragen entscheidend zu deren Wirkungen bei.
Diese Effekte sind durch die vielfältigen Einflüsse der sekundären Pflanzenstoffe auf den menschlichen Stoffwechsel begründet. Sie wirken unter anderem antioxidativ, entzündungshemmend und antimikrobiell. Sie sind an der Steuerung des Immunsystems und am Schutz der von COVID-19-bedrohten Organsysteme beteiligt.
Besonders gut untersucht ist die große Gruppe der Polyphenole. Deren vielfältige Effekte auf das Immun- und Entzündungssystem ich in Grafik 7 zusammengefasst.

Zu den am stärksten immun- und entzündungsmodulierenden Polyphenolen zählen Curcumin, Salicylsäure und verschiedene Flavonoide wie die oligomeren Proanthocyanidine, Quercetin, Epigallocatechingallat oder das Salvestrol Resveratrol. Aber auch die zu den Triterpenen zählenden Boswelliasäuren, das Alkaloid Spermidin und das Senfölglykosid Sulforaphan zeigen in mehreren Studien entsprechende Wirkungen. Die besten Effekte können auch hier wieder durch eine Kombination verschiedener immunwirksamer sekundärer Pflanzenstoffe erreicht werden.
Lassen Sie mich nun einige Substanzen näher beleuchten, welche als symptomatisch für die Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen bei Virusinfekten gelten können.
Flavonoide:
Flavonoide wirken laut einer Review von Sommerville in ihrer Gesamtheit immunmodulierend, reduzieren die Inzidenz von Infekten der oberen Atemwege um 33 % und die Zahl der Krankheitstage um 40 % [110].
Resveratrol:
Das Polyphenol Resveratrol hat in zahlreichen Untersuchungen seine günstigen Effekte auf das Immunsystem und auf Entzündungen unter Beweis gestellt und wurde diesbezüglich in einer früheren Veröffentlichung des Autors dieses Artikels ausführlich beschrieben. Resveratrol wirkt antioxidativ, erhöht zytotoxische T-Lymphozyten sowie NK-Zellen und steigert die Überlebenschancen von Zellen nach Infektionen. Es hemmt die Virusreplikation sowie entzündliche Zytokine wie IL-1, IL-6 und IL-8, TNF-α, COX-2, PGE2, leukozytäre Lipoxygenase, iNOS und Proteinkinase C. Auch der CRP-Wert sinkt. Resveratrol moduliert NF-κB und seine nukleäre Translokation [111–114].
Curcumin:
Curcumin wirkt laut Zehedipour, Sonia und Babaei antiviral, antientzündlich, antioxidativ, antifibrotisch und fiebersenkend (antipyretisch). Es inhibiert bei Virusinfektionen (wie COVID-19) den Viruseintritt in die Zelle, die Kapselung des Virus und die Virusreplikation. Es schützt vor dem gefürchteten Zytokinsturm durch die Hemmung von NF-κB, STAT3 (Signal transducer and activator of transcription 3) oder proinflammatorischen Zytokinen. Curcumin unterstützt die Reparatur virusassoziierter Schäden an Lungenzellen (Pneumozyten), Nierenzellen, Herzzellen, Blutstammzellen und anderen Zellen [115–117].
Spermidin:
Spermidin ist ein Polyamid, das vielfältige Aufgaben im Zusammenhang mit der Zelldifferenzierung und Zellproliferation übernimmt und einen wichtigen Autophagie-Induktor darstellt. Es wirkt auch entzündungshemmend und beeinflusst die metabolische Fitness von dendritischen Zellen.
In einer Studie von Gassen, Drosten et al. wurde festgestellt, dass Infektionen mit SARS-CoV-2 den Spermidinspiegel senken und die Autophagie hemmen. Die ergänzende Gabe von Spermidin konnte in Zellkulturen die SARS-CoV-2-Infektionsraten signifikant reduzieren.
Nach Ansicht der Forscher könnte die Gabe von Spermidin einen neuen Angriffspunkt für die Prävention und Therapie von Infektionen mit Corona- und anderen Viren darstellen [118–119].
Sulforaphan:
Sulforaphan ist vor allem in Brokkoli reichlich vorhanden. Es hat antioxidative, antientzündliche und antivirale Eigenschaften, reduziert Virusmarker in der Nase und verbessert die antivirale Antwort. Es erhöht die Produktion von NK-Zellen und schützt die Lunge vor Schäden. In Untersuchungen mit Asthmatikern zeigte sich, dass Sulforaphan die NF-κB-Aktivierung und die Bronchokonstriktion reduziert.
Sulforaphan kann laut Müller et al. präventiven und therapeutischen Nutzen bei Infektionen durch Viren wie SARS-CoV-2 erzeugen [120–123].
Weitere bei Virusinfekten unterstützend wirkende Mikronährstoffe
Wegen ihres essenziellen Einflusses auf den menschlichen Stoffwechsel und wegen ihrer unterstützenden Wirkungen auf das Immun- und Entzündungssystem müssen in der Prävention und Therapie von Virusinfekten auch Defizite anderer Mikronährstoffe verhindert oder behoben werden. Hierbei spielen ungesättigte Fettsäuren, die B-Vitamine, Vitamin K und Magnesium in Bezug auf das Immun- und Entzündungssystem eine besonders eine wichtige Rolle.
Ungesättigte Fettsäuren:
Unter den ungesättigten Fettsäuren sind die einfach ungesättigte Ölsäure und die Omega-3-Fettsäuren α-Linolensäure, Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) als führende Modulatoren des Entzündungssystems beschrieben. Sie sind beteiligt an der Regulierung des unspezifischen sowie spezifischen Immunsystems und steuern Entzündungsparameter wie Leukotriene, Prostaglandine, Thromboxane, Zytokine (wie IL-1, TNF-α, NF-κB) und CRP. Sie erhöhen die IgM-Produktion, aktivieren die Phagozytose und unterstützen die Regulation von T-Zellen sowie von Zellmembraneigenschaften wie der Fluidität. Sie reduzieren das Pneumonierisiko und verbessern das Patientenoutcome.
Ungleichgewichte in der Zusammensetzung der Fettsäuren haben einen negativen Einfluss auf die Immunhomöostase [124–128].
B-Vitamine:
Die B-Vitamine sind in viele Stoffwechselprozesse als essenzielle Cofaktoren eingebunden. Sie unterstützen die Aktivierung des angeborenen und erworbenen Immunsystems und weisen ein antientzündliches sowie antioxidatives Potenzial auf. Sie inhibieren proinflammatorische Zytokine und das durch oxidativen Stress induzierte NF-κB. Sie reduzieren die Virusreplikation, Virusbindung, Vireninvasion und den Zytokinsturm.
Eine unzureichende Versorgung mit B-Vitaminen stört hingegen Zell-, Energiegewinnungs- sowie Immunfunktionen und führt zu einer Überexpression entzündungsfördernder Zytokine wie IL-1, TNF-α oder IL-6.
Bei COVID-19-Patienten verbessern B-Vitamine die Atemwegsfunktionen, halten die Endothelintegrität aufrecht, beugen Hyperkoagulation vor und reduzieren gastrointestinale Symptome sowie die Dauer des Klinikaufenthalts. Für Vitamin B1 ist speziell beschrieben, dass es die Nierenfunktion verbessert und die Letalität bei Sepsispatienten reduziert [169–171].
Vitamin K:
Vitamin K spielt eine wichtige Rolle bei der Balance der Blutgerinnung. Es ist aber auch für alle Carboxylierungsreaktionen im Stoffwechsel essenziell und erzielt antioxidative sowie antientzündliche Effekte.
Dofferhoff beschreibt, dass der Vitamin-K-Status bei Corona-Patienten reduziert ist, was wiederum mit einer schlechten Prognose in Verbindung gebracht wird [129-130].
Magnesium:
Der Mineralstoff Magnesium übernimmt Aufgaben als Cofaktor in Enzymprozessen und ist beteiligt an der Regulation des Zellzyklus sowie Gesamtstoffwechsels. Ein Magnesium-Defizit führt zur Abnahme von T-Zellen, zur Zunahme entzündlicher Zytokine und zu endothelialer Dysfunktion.
Magnesium spielt deshalb auch eine Rolle bei verschiedenen Atemwegserkrankungen. Laut Tang et al. verbessert eine Magnesiumgabe bei Asthma im Gegensatz zum Placebo signifikant die bronchiale Reaktivität, die Lebensqualität und die Kontrolle über die Krankheit.
Ein niedriger Magnesium-Status scheint dagegen den Übergang von milden zu schweren Formen der COVID-19-Erkrankung zu begünstigen, weshalb eine gute Magnesium-Versorgung Baustein eines ganzheitlichen Konzepts zur Prävention und Therapie von COVID-19 sein sollte [131–133].
Anmerkung zum Einsatz der hier genannten Mikronährstoffe:
Es geht mir an dieser Stelle nicht darum, einzelne Mikronährstoffe „rund um Virusinfekte“ besonders hervorzuheben. Ich will einerseits darstellen, dass es Leitmikronährstoffe gibt, deren diesbezügliche Effekte über die Beteiligung an biochemischen Prozessen und durch zusätzliche Studien nachvollziehbar sind. Andererseits möchte ich aber auch zeigen, dass eine gute Versorgung mit allen essenziellen Mikronährstoffen für ein gutes Arbeiten des Immunsystems und für die Stabilisierung des inneren Milieus unabdingbar ist. Der Therapeut muss aus diesem Grund stets darauf achten, dass die Spiegel aller Mikronährstoffe im mittleren und bei erhöhten Risiken eher im oberen Normbereich liegen.
Als kleines Beispiel für das Zusammenwirken von Mikronährstoffen will ich hier gerne abschließend noch eine Untersuchung von Goddek zitieren: COVID-19-Patienten sollten Vitamin D zusammen mit Cofaktoren der Vitamin-D-Regulation wie Vitamin K und Magnesium supplementieren. Dies wäre sinnvoll, um eventuelle drohende Gesundheitsschäden wie Arteriosklerose und Osteoporose als Nebenwirkung einer langfristigen hoch dosierten Vitamin-D-Gabe zu verhindern [134].
Der Nutzen von Darm-Mikrobiota und Ballaststoffen bei der Prävention
Ein korrekt arbeitender Magen-Darmtrakt und eine funktionierende Darmbarriere sind Grundvoraussetzungen für die Verdauung, Zurückweisung von Schadstoffen und die Absorption von Nährstoffen sowie Medikamenten. Ein guter Verdauungstrakt ist für die Gesundheit und für eine verlässliche Darm-Organ-Kommunikation elementar.
Hierbei kommt im Zusammenhang mit den Virusinfektionen der Atemwege besonders die Darm-Atemwegsachse ins Spiel. Diese Achse ist deshalb so wichtig, weil der Darm als Bestandteil des MALT (mucosa-associated lymphoid tissue) auch in Bezug auf immunologische und entzündungsmodulierende Eigenschaften direkt mit den Schleimhäuten der Atemwege verbunden ist. Dadurch kann der Darm die Virusabwehr in den Atemwegen unterstützen und den Verlauf von Atemwegserkrankungen positiv beeinflussen.
Die Darm-Mikrobiota:
Eine zentrale Aufgabe in diesem Prozess übernehmen — neben zahlreichen Mikronährstoffen — die freundlichen Bakterien der Darm-Mikrobiota („Darmflora“). Sie wirken antientzündlich, immunmodulierend und stellen die erste Reihe der vielschichtigen Darmbarriere dar. Sie sind direkt involviert in den Stoffwechsel von Mucin und Darmepithelzellen. Als Nahrung benötigen sie vor allem Ballaststoffe. Kombinierte Störungen der Darmfunktion, Ballaststoffversorgung und Mikrobiota („Dysbiosen“) müssen deshalb unbedingt vermieden und gegebenenfalls effektiv behandelt werden.
Zwei Dinge möchte ich noch ergänzen, welche die Notwendigkeit eines gesunden darmständigen Immunsystems und einer gesunden Darm-Mikrobiota zusätzlich begründen:
- Der Stuhl von COVID-19-Patienten ist häufig virusinfektiös. SARS-CoV-2 befällt auch Darmepithelzellen, an deren Oberflächen sich wie auf den Zellen der Atemwege ACE2- und Neuropilin-1-Rezeptoren finden lassen.
- Bei Infektionen und deren vielfältigen Folgen kommen häufig auch Antibiotika, Virustatika und andere Medikamente zum Einsatz, welche die Darm-Mikrobiota schädigen.
Umgekehrt können Probiotika und die richtige Auswahl an Ballaststoffen als Bausteine eines Gesamtkonzepts die Funktion des Magen-Darmtrakts verbessern und die Idee der Stärkung des inneren Milieus (insbesondere des Immun- sowie Entzündungssystems) unterstützen.
Bei Atemwegserkrankungen und auch bei COVID-19-Patienten finden sich häufig Darmdysbiosen und gastrointestinale Symptome wie Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Blutungen, vor allem in späten Stadien sowie bei schwereren Verläufen.
Eine gesunde Darm-Mikrobiota und gegebenenfalls die ergänzende Gabe von Probiotika können die Balance der Darmmikroökologie normalisieren sowie die Anfälligkeit für Krankheitserreger und die Dauer von Atemwegsinfektionen reduzieren. Ihr Einsatz ist daher auch „rund um“ COVID-19 interessant. Die Virusreplikation in den Atemwegen, bakterielle Sekundärinfektionen sowie Nebenwirkungen von Antibiotika und Diarrhöen nehmen bei einer hohen Keimdiversität ab. Metanalaysen von Hao et al. und Su et al. zeigen uns, dass die Einnahme von Probiotika das Risiko für Infektionen der oberen Atemwege um fast 50 % verringert und die Inzidenz beatmungsassoziierter Pneumonien um 38 % sinkt.
Aus all diesen Gründen bieten sich Probiotika als unterstützende Maßnahme in der Prävention und Therapie von COVID-19 an [135–144].
Die Beta-Glucane:
Das Thema Ballaststoffe hatte ich bei der Ernährung der Darm-Mikrobiota schon kurz gestreift. Sie sind aber nicht nur für die Qualität der Darmflora essenziell, sie sind auch beteiligt an der Steuerung der Darmfunktion und der Produktion kurzkettiger Fettsäuren. Dadurch nehmen sie indirekt Einfluss auf das Immunsystem. Von einigen Ballaststoffen ist aber auch bekannt, dass sie das Immunsystem direkt beeinflussen können.
So findet sich zunehmend mehr Evidenz dafür, dass Beta-Glucane (z. B. in Hafer- und Gerstenkleie sowie in Vitalpilzen) eine starke immunmodulatorische Kapazität haben. Sie werden deshalb sowie wegen ihrer tumorhemmenden Eigenschaften sogar in der klinischen Onkologie genutzt, wo sie in einer aktuellen Untersuchung als „Trainer der Immunzellen“ bezeichnet werden.
Beta-Glucane verbessern die angeborene und die adaptive Immunabwehr durch die Aktivierung des Komplementsystems, der Makrophagen, Neutrophilen, dendritischen Zellen und natürlichen Killerzellen. Sie interagieren auch mit verschiedenen Immunrezeptoren wie Komplement-Rezeptor 3 oder Dectin-1.
Sie können bei Virusinfektionen nützlich sein, weil sie nicht nur dem Immunsystem dienen, sondern auch die Versorgung der Darmflora mit Nährstoffen unterstützen [145–147].
Phytotherapeutika
Die Verwendung von pflanzlichen Heilmitteln stammt geschichtlich aus der Erfahrungsheilkunde und zählte in „Vor-Antibiotika-Zeiten“ zu den wichtigsten zur Verfügung stehenden medikamentösen Maßnahmen insbesondere bei Infekten. Sie sind etwas aus dem Fokus der heutigen Medizin geraten, haben aber immer noch einen Nutzen bei der Stabilisierung des Immunsystems, bei der Abwehr von Viren oder bei der Pflege der Atemwege.
Inzwischen ist von vielen Heilpflanzen bekannt, welche Stoffe sie beinhalten und welche Wirkungen sie dadurch erzielen können. Zu den medizinisch wirkenden Inhaltsstoffen zählen verschiedene Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe (s. „Mikronährstoffe“ und „Ballaststoffe“).
Vermehrt finden sich auch Studien, welche die praxisbewährten und theoretisch nachgewiesenen Wirkungen wissenschaftlich untermauern. So zeigt sich, dass Phytotherapeutika mit Virusproteinen reagieren und die Multiplikation von Viren hemmen können. Sie inhibieren proentzündliche Zytokine, NF-κB, MAPK, COX-2 oder die iNOS und wirken antientzündlich, antoxidativ sowie antiviral.
Phytotherapeutika haben auch bronchospasmolytische Effekte, bessern die mukoziliäre Clearance, wirken schleimverflüssigend und erleichtern das Abhusten. Dies ist gerade bei Atemwegserkrankungen bedeutsam, weil die über die Atemwege aufgenommenen Fremdstoffe wie Feinstaub, Pollen, Bakterien oder Viren großen Schaden anrichten können und deshalb möglichst vorzeitig unschädlich gemacht werden müssen.
So ist heute der Einsatz von Heilpflanzen oder einzelner Pflanzenbestandteile (Blätter, Blüten, Wurzeln oder Beeren) zumindest als ergänzender Baustein in Präventions- und Therapiekonzepten zu überdenken. Dies gilt insbesondere da, wo die universitäre Medizin keine ausreichend effektiven und nebenwirkungsfreien Alternativen kennt [148-149].
Zu den vor allem in unserem Kulturkreis häufig verwendeten Heilpflanzen bei Virusinfekten zählen Echinacea, Meerrettich, Kapuzinerkresse, Lindenblüten, Holunder, Kamille, Zistrose, Myrte, Koriander oder Thymian. Auf anderen Kontinenten werden natürlich vorrangig dort beheimatete Pflanzen wie Eukalyptus, Curcuma, Weihrauch, Ingwer und Cistanche tubulosa bei diesen Indikationen eingesetzt.
Sie alle wirken mit unterschiedlichen Schwerpunkten immunmodulierend, antiviral, antientzündlich, antioxidativ, auswurffördernd, schleimlösend und krampflösend. Sie bieten sich in Konzepten zur Prävention und Therapie von Virusinfekten an (siehe Tabelle 2).

Auch hier möchte ich wieder einige Beispiele und den aktuellen Wissensstand dazu etwas näher betrachten.
Sonnenhut (Echinacea purpurea):
Zunächst soll der altbewährte Sonnenhut (Echinacea purpurea) angesprochen werden. Er enthält neben anderen sekundären Pflanzenstoffen Echinacosid, Cichoriensäure und die Flavonoide Rutin, Kaempferol und Quercetin sowie Alkylamide und ätherische Öle. Er wirkt entzündungshemmend, antiviral, immunmodulierend und schmerzstillend. Er inhibiert NF-κB, MAPK, STAT3, COX-2 und die iNOS.
Die Anwendung von Echinacea kann die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen, die Erkrankungsdauer und die notwendige Medikation reduzieren. In einer Metaanalyse beschreiben Schoop et al., dass der Sonnenhut die Wahrscheinlichkeit für eine Erkältung deutlich reduziert.
Laut Aucoin et al. unterstützt er bei COVID-19-Patienten den Schutz vor Zytokinstürmen und Atemwegsdisstresssyndrom: dies sind Ereignisse, welche die Mortalitätsraten von COVID-19-Patienten drastisch erhöhen [150–153].
Myrte (Myrtus communis):
Die Myrte (Myrtus communis) enthält verschiedene Terpene wie D-Limonen, 1,8-Cineol und Alpha-Pinen. Sie entfaltet antioxidative und antientzündliche Effekte. Zudem reduziert sie beispielsweise TNF-α und IL-8.
Myrtenöl verbessert (wie z. B. auch Eukalyptusöl) die mukoziliäre Clearance und hat dosisabhängig schleimlösende Effekte [154-155].
Zistrosen (Cistus):
In Zistrosen (Cistus) finden sich ebenfalls viele Polyphenole. Zistrosen wirken immunmodulierend, antioxidativ, antiinflammatorisch und bakteriostatisch. Sie entwickeln gegen Viren gerichtete Aktivitäten. Sie verbessern die Virusresistenz, hemmen die Multiplikation von Viren, das Andocken von Viren an die Zelloberfläche und die Bindung von Virusproteinen an Heparin [156-157].
Gelbwurz (Curcuma):
Die Gelbwurz (Curcuma longae rhizoma) enthält verschiedene Curcuminoide wie Curcumin und Demethoxycurcumin sowie zahlreiche weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Sie wirkt entzündungshemmend und antioxidativ, aber auch signifikant schmerzstillend. Sie inhibiert beispielsweise STAT3, NF-κB sowie MAPK und aktiviert SOCS, welches seinerseits ebenfalls STAT3 inhibiert.
Viele dieser Effekte werden auf den Inhaltsstoff Curcumin zurückgeführt, der bereits bei den sekundären Pflanzenstoffen besprochen wurde [158-159].
Weihrauch (Boswellia):
Das oft mit Curcuma gemeinsam verwendete Harz des Weihrauchs (Boswellia) enthält verschiedene Terpene, ätherische Öle, Monosaccharide, Sterole und Gerbstoffe, die in ihrer Gesamtheit entzündungshemmend wirken. Hier sind es vor allem die Boswelliasäuren, welche corticoidähnliche Effekte zeigen und diesbezüglich das Interesse der Wissenschaft erweckt haben. Sie sorgen unter anderem dafür, dass das Enzym 5-Lipoxygenase (5-LOX), welches normalerweise entzündungsfördernde Leukotriene katalysiert, die Produktion entzündungshemmender Stoffe fördert [160].
Wüstencistanche (Cistanche tubulosa):
Die Wüstencistanche (Cistanche tubulosa) enthält viele flüchtige Öle und nichtflüchtige Phenylethanoid-Glykoside, Iridoide, Lignane, Alditole, Oligosaccharide und Polysaccharide.
Sie wirkt unter anderem antioxidativ und verbessert die Immunität insbesondere im Alter, wo es der natürlichen „Immunseneszenz“ entgegenwirken soll. Desweiteren fördert sie dosisabhängig die Bildung von IFN-y, peripheren Gedächtniszellen, naiven T-Zellen, natürlichen Killerzellen, dendritischen Zellen und IgG. Zudem reduziert sie proinflammatorische Zytokine wie IL-6 [161–163].
Einige der oben genannten Pflanzen kommen klassischerweise in einer vielseitigen Kost in Form von Gewürzen zum Einsatz, zum Beispiel Thymian, Koriander, Meerrettich, Gelbwurz oder Ingwer. Obwohl die Gewürze nur relativ geringe Konzentrationen der Einzel-Wirkstoffe enthalten, erzeugen diese dennoch aufgrund der synergistischen Wirkungen präventive Effekte.
Die Umsetzung des Präventivkonzepts
Wie mehrfach angedeutet, sollte nach meiner Einstellung ein ganzheitliches Präventivkonzept möglichst viele der bereits genannten Teilaspekte zur Verbesserung des äußeren und des inneren Milieus enthalten.
Für das innere Milieu empfehle ich neben den Basismaßnahmen der Lebensstilmedizin (Beispiele siehe Tabelle 3) die Berücksichtigung der gut untersuchten und ebenfalls bereits genannten Mikronährstoffe, welche für ein optimales Arbeiten von Immunsystem und Gesamtstoffwechsel essenziell sind.
Tabelle 3: Beispiele für Maßnahmen der Lebensstilmedizin
- Vollwertige und nachhaltig produzierte pflanzlich orientierte Ernährung
- Regelmäßige moderate Bewegung
- Vermeidung von Umweltbelastungen (z. B. Feinstaub, Elektrosmog, Chemikalien, Plastik)
- Verzicht auf Nikotin, Alkohol und andere Drogen
- Positive Lebenseinstellung, Reduktion von Stress und ggf. Entspannungsmaßnahmen
Ihr Effekt kann durch flankierende Maßnahmen noch erhöht werden. Hierzu zählen zum Beispiel der Einsatz von Phytotherapeutika, Methoden der physikalischen Medizin und Präparate der konventionellen Medizin.
Eine Basisrezeptur mit Mikronährstoffen zur Prävention von Virusinfekten könnte in etwa wie in Tabelle 4 gezeigt aussehen.
Tabelle 4: Beispiel für eine Rezeptur zur Prävention von Virusinfekten durch tägliche Zufuhr von hierfür geeigneten Mikronährstoffen
- Vitamin C: 1–2 mal täglich je 500 mg
- Zink: 10–30 mg/Tag
- Selen: 50–100 µg/Tag
- Magnesium: 300–500 mg/Tag
- Vitamin D: 1000–4000 IE (= 25–100 µg/Tag) — bei normalem Spiegel!
- Omega-3-Fettsäuren: 500–3000 mg/Tag
- Mikrobiotika (probiotische Keime): 1–4 Milliarden kbE täglich
Bei Personen ohne erhöhte Risiken kann die Abdeckung der Versorgung mit den in Tabelle 4 dargestellten und allen weiteren essenziellen Nährstoffen sowie die Verhinderung von Defiziten über eine nachhaltig produzierte vollwertige und pflanzlich orientierte Ernährung erfolgen. Dies gilt jedoch nur, wenn diese Ernährungsform auf Dauer zufriedenstellend umgesetzt wird.
Falls die Versorgung über die Nahrung nicht funktionieren sollte und falls zum Beispiel Störungen im Gastrointestinaltrakt oder chronische Krankheiten vorliegen, müsste wohl eine zusätzliche Supplementierung mit Dosierungen, die sich im präventiven Einsatz an obigen Empfehlungen orientieren, notwendig werden.
Bei erhöhten Risiken (z. B. höheres Alter, akute Influenza- oder Endemiegefahr, Begleitkrankheiten) würde ich auch bei einer vollwertigen Ernährung Überlegungen anstellen, ob eine zusätzliche Supplementierung der Leitmikronährstoffe für das Immunsystem vorteilhaft wäre. Dies könnte kurmäßig z. B. über 2 bis 4 Wochen im Frühjahr und Herbst oder vor Reisen sinnvoll sein. Bei einer Schwäche des Immunsystems kann auch eine fortlaufende Einnahme in Betracht gezogen werden.
Bei bereits bestehenden Nährstoffdefiziten muss aus meiner Sicht zunächst ein unverzüglicher Ausgleich durch die Gabe von Hochdosen der betroffenen Substanzen erfolgen, wobei man (soweit möglich) auch auf parenterale Anwendungen (z. B. Infusionstherapie) zurückgreifen sollte.
Abschließend muss ich nochmals daran erinnern, dass für ein wirklich gutes Arbeiten des Gesamtstoffwechsels darauf geachtet werden muss, dass keinerlei Mikronährstoffdefizite vorliegen, weshalb der Status zumindest der Leitsubstanzen regelmäßig untersucht werden sollte.
Auch bei Störungen in anderen Stoffwechsel- und Organbereichen, wie z. B. in den Atemwegen, im Darm, in der Energieproduktion, im kardiovaskulärem System oder Nervensystem sollten unbedingt zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Gesamt-Homöostase wiederherzustellen. Auch hier bietet die Mikronährstoffmedizin viele hilfreiche Ansätze.
Auf dem Markt stehen hierfür standardisierte Extrakte als Einzel- und Kombinationspräparate zur Verfügung. Heilpflanzen-Zubereitungen können aber auch als Tee angesetzt werden, zum Beispiel in Form einer Teemischung aus Echinacea, Ingwer, Thymian und Zistrose. Bei einigen Heilpflanzen (z. B. Eukalyptus, Zistrose, Ingwer, Fenchel, Kamille, Weihrauch, Rosmarin) können die ätherischen Öle genutzt werden, welche als antiviral, schleimlösend, krampflösend und immunstimulierend beschrieben werden. Beispielsweise könnte ich mir hier eine Mischung aus Eukalyptus-, Thymian- und Weihrauchöl vorstellen. Zu weiteren Details und zur Dosierung von Phytotherapeutika und ätherischen Ölen bitte ich Sie, die entsprechende Fachliteratur zu Rate zu ziehen.
Man kann die Anwendung der Heilpflanzen auch sehr gut mit physikalischen Maßnahmen kombinieren. Hierzu zählen das regelmäßige Inhalieren ätherischer Öle (oder einer Salzlösung) oder die Vernebelung der Öle mit dem Aroma-Diffusor gegen trockene und eingeschränkt funktionierende Atemwege. Einreibungen und Massagen mit den Ölen sind ebenfalls sehr wohltuend.
Weiterhin haben sich abhärtende Maßnahmen wie die Hydrotherapie und Wechselduschen oder Ähnliches bewährt, die jeder Therapeut entsprechend seines persönlichen Wissens durchführen kann.
Hinweis:
Gerne weise ich an dieser Stelle auf ein in der aktuellen Fachliteratur beschriebenes präventives Protokoll von Gonzalez zu COVID-19 hin, das weitgehend meinen Empfehlungen ähnelt:
Auch Gonzalez empfiehlt als Basis einen guten Lebensstil und vollwertige Ernährung. Diese Maßnahmen werden ergänzt durch die Optimierung der Versorgung mit Vitamin C, D, Zink, Magnesium, Selen, Probiotika, N-Acetyl-Cystein, Quercetin und Melatonin sowie eventuell als weitere Ergänzung Vitamin A, E, Liponsäure, Coenzym Q10, Echinacea, Astragalus, Rhodiola, Maitake, Shiitake, Ingwer, Knoblauch und Holunderbeere [164].
Baustein 2: Das Therapiekonzept
Die universitär geprägte Medizin wirkt meines Erachtens zum heutigen Zeitpunkt in der Therapie von Virusinfekten ziemlich hilflos. Das zeigt sich auch darin, dass man an vielen Orten viele Substanzen in Bezug auf ihre Wirkung bei den aktuellen COVID-19-Infektionen untersucht hat, wie Hydrochloroquin, Remdesivir, Lopinavir oder Ritonavir. Leider hatte keiner dieser Stoffe einen tatsächlich durchschlagenden Erfolg erzielt. Einige fielen mehr durch Nebenwirkungen auf als durch Wirkungen. Am besten kommt noch das entzündungshemmende Cortison weg (wie so häufig, wenn man nicht in der Lage ist, die eigentlichen Probleme direkt anzugehen).
Von Seiten der ganzheitlichen Medizin gelten für die Therapie von Virusinfekten im Prinzip ähnliche Grundregeln wie oben in der Prävention beschrieben. Allerdings greifen wir hier insbesondere bei den Mikronährstoffen auf höhere Intensität und höhere Dosierungen zurück, wie sie sich in Therapiestudien bewährt haben.
Ich habe diesbezüglich bereits in den Kapiteln Mikronährstoffe, Probiotika und Ballaststoffe sowie Phytotherapie bei den einzelnen Substanzen neben den biochemischen Effekten auch auf entsprechende Humanstudien und Reviews verwiesen.
Die Mikronährstoffe werden bei leichteren Formen von Virusinfekten möglicherweise zusammen mit den Phytotherapeutika die einzige pharmakologische Aktivität in der Praxis darstellen und sollten nach dem derzeitigen Wissensstand bei schweren Fällen zumindest als komplementäre Therapie zum Einsatz kommen.
Da sich jedes Mikronährstoffdefizit fatal auf das Immunsystem, auf Entzündungen und den Gesamtstoffwechsel auswirken würde, sollte nochmals daran erinnert werden, dass zumindest bei infizierten Patienten vor jeder Therapie der Nährstoffstatus genauer überprüft werden sollte.
Auch für die Therapie stelle ich die Idee einer individuell anzupassenden Beispielrezeptur zur Diskussion (siehe Tabelle 5), die sich an dem im Kapitel Prävention bereits angesprochenen Konzept orientiert. Dies bedeutet, dass auch hier die Lebensstilmedizin und eine vollwertige polyphenolreiche Ernährung die Grundlage bilden. Ergänzt werden können diese durch flankierende Maßnahmen wie zum Beispiel den Einsatz von Phytotherapeutika und bei Bedarf natürlich auch durch die Einnahme chemischer Pharmaka.

Die vorgestellte Basisrezeptur kann je nach Situation und Bedarf während der ersten 2 Therapiewochen ergänzt werden durch Melatonin, Glutathion, Vitamin K und ein Vitamin-B-Komplexpräparat sowie durch hoch dosierte sekundäre Pflanzenstoffe. Hierfür bieten sich (einzeln oder in Kombination) zum Beispiel an: Resveratrol (z. B. 125–250 mg), Quercetin (z. B. 500-1000 mg), Curcuma (z. B. 150–300 mg) oder Boswelliasäuren (z. B. 300–500 mg).
Nach Beendigung der Hochdosisphase sollten bei günstigem Verlauf wieder die im Kapitel „Prävention“ genannten Empfehlungen greifen.
Achten Sie darauf, dass auch bei anderen essenziellen Mikronährstoffen kein Defizit vorliegen darf und beheben Sie eventuelle Defizite möglichst schnell. Falls die Basisabsicherung aller Nährstoffe über die Ernährung nicht gesichert sein sollte, könnte diese durch passende Supplemente verbessert werden.
Überprüfen Sie auch, ob Störungen oder Schwächen im Redoxsystem, in den Mitochondrien, in der Biotransformation (Entgiftung), im psycho-neuro-endokrinen Netz oder im Säure-Basen-Haushalt vorliegen. Behandeln Sie diese mit adäquaten Maßnahmen ggf. parallel zum Therapiebeginn.
In schwer zu kontrollierenden Fällen, die stationärer Betreuung bedürfen, greifen wir wie von führenden Medizinern empfohlen zusätzlich auf Methylprednisolon 40–80 mg i.v., LMW-Heparin 40–60 mg und Sauerstoff nasal zurück und hoffen, dass wir damit die Intubation und invasive Beatmung verhindern können.
Mit dem „MATH+”-Konzept wurde in der aktuellen Fachliteratur ein therapeutisches Protokoll zu COVID-19 vorgestellt, das in mehrfacher Hinsicht meinen Empfehlungen ähnelt:
Das „MATH+”-Protokoll verknüpft individuell angepasst parenterales Vitamin C mit den Vitaminen D und B1 sowie mit Zink, Selen, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Polyphenolen und Melatonin. Außerdem kommen intravenöses Methylprednisolon, Heparin und Sauerstoffgabe zum Einsatz.
Die Autoren beschreiben, dass nicht der Corona-Virus selbst verantwortlich für schwere Verläufe mit Todesfolge sei, sondern der mit schwerer Entzündung verbundene „Zytokin-Sturm“. Durch die Gabe von hoch dosiertem Vitamin C und Corticosteroiden i.v. in der Notfallaufnahme und danach alle 6 Stunden, wurden laut MATH+ Mortalität und Bedarf an mechanischer Ventilation stark reduziert [165–168].
Zusammenfassung
Infolge der zunehmend schädlichen Lebensgewohnheiten in „zivilisierten“ Völkern werden Virusinfektionen (in Verbindung mit Störungen im natürlichen Gleichgewicht der Natur) an Bedeutung und Häufigkeit zunehmen.
Da wir diesen Veränderungen mit Sicherheit nicht entkommen können, müssen wir versuchen, präventiv zum Schutz unserer aller Gesundheit das allgemeine und individuelle äußere Milieu zu verbessern und das individuelle innere Milieu zu stärken, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
Dazu bietet sich das in diesem Artikel vorgestellte Konzept als Grundlage für ein eigenes Vorgehen an.
Aufgrund der erschreckend hohen Zahl an Infizierten und wegen vieler schwerer Verläufe bei den gegenwärtigen Virusepidemien werden verstärkt Überlegungen zu einer besseren Betreuung der Infizierten notwendig. Wegen zumindest weitgehend unbefriedigender konventioneller Alternativen müssen hier mitunter unkonventionelle Wege gegangen werden. Dazu stehen uns zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, von denen ich einige in diesem Artikel aufgezeigt habe. Auch hier könnte das vorgestellte Therapiekonzept als Basis dienen.
Probleme bei der Verwendung der Konzepte im Alltag bestehen sicher nicht in Bezug auf die wissenschaftliche Expertise zu den verwendeten Maßnahmen, denn diese sind für die vorgesehenen Einsatzgebiete zumindest ausreichend und mangels besserer Alternativen unbedingt empfehlenswert.
Problematisch ist, dass aufgrund von Fehlinformationen und Desinteresse sowie mangelnder Kenntnis der Biochemie und der Studienlage aufseiten bestimmter Therapeutenkreise eine unbegründete Ablehnung gegenüber ganzheitlich ausgerichteten Konzepten besteht. Diese ablehnende Haltung kann bei den betroffenen Patienten großen Schaden anrichten, insbesondere bei den aktuell Infizierten.
Ich bitte deshalb alle engagierten Kolleginnen und Kollegen, sich die hier vorgestellten Ideen durch den Kopf gehen zu lassen, sie neutral und vorurteilsfrei zu beurteilen und in der Praxis zumindest auf ihre Tauglichkeit hin zu testen.
Ihr Udo Böhm
Anhang A: Quellen und Studien zu Teil 1
A.1 — Allgemein:
[1] WHO/Global Preparedness Monitoring Board: A world at risk: annual report on global preparedness for health emergencies. ISBN 978-92-4-151701-0.
[2] WHO: Global Influenza Strategy 2019-2030.
[3] Pandemie: Risiko mit großer Wirkung. Pandemie-Report 2006 der Allianz und des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.
[4] Cunningham JW et al.: Clinical Outcomes in Young US Adults Hospitalized With COVID-19. JAMA Internal Medicine 2020. [doi:10.1001/jamainternmed.2020.5313]
[5] Ahmed M et al.: Multisystem inflammatory syndrome in children: A systematic review. EClinicalMedicine 2020. [doi:10.1016/j.eclinm.2020.100527]
[6] Abrams JY et al.: Multisystem Inflammatory Syndrome in Children Associated with Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2: A Systematic Review. J Pediatr 2020;226:45-54.e1.
[7] Liu Q et al.: Landscape of emerging and re-emerging infectious diseases in China: impact of ecology, climate, and behavior. Front Med 2018;12(1):3-22.
[8] Docherty AB et al.: Feature of 20133 UK-patients in hospital with covid-19 using ISARIC WHO Clinical characterisation Protocol prospective observational cohort study. BMJ 2020;369.
[9] Murray C et al.: Global Burden of Disease. Lancet-Special 2020.
[10] de Cellès MD et al.: Influenza may facilitate the spread of SARS-CoV-2. medRxiv 2020. [doi:10.1101/2020.09.07.20189779]
[11] Sattler A et al.: SARS-CoV-2-specific T cell responses and correlations with COVID-19 patient predisposition. J Clin Invest 2020;130(12):6477-6489.
[12] Liu J et al.: Longitudinal characteristics of lymphocyte responses and cytokine profiles in the peripheral blood of SARS-CoV-2 infected patients. EBioMedicine 2020;55:102763.
A.2 — Mikronährstoffe:
[__NUM__] __AUTHOR__: __TITLE__. __JOURNAL_REF__ [doi:__DOI__] [PubMed: __PMID__]
…A.3 — Probiotika und Ballaststoffe:
[135] Enaud R et al.: The Gut-Lung Axis in Health and Respiratory Diseases: A Place for Inter-Organ and Inter-Kingdom Crosstalks. Front Cell Infect Microbiol 2020. [doi:10.3389/fcimb.2020.00009]
[136] Aguila EJT, Lontok MADC: Letter: role of probiotics in the COVID-19 pandemic. Alimentary Pharmacology & Therapeutics 2020;52(5):931-932.
[137] Hao Q et al.: Probiotics for preventing acute upper respiratory tract infections. Cochrane Database Syst Rev 2015;CD006895.
[138] Su M et al.: Probiotics for the prevention of ventilator-associated pneumonia: a meta-analysis of randomized controlled trials. Respir Care 2020;65:673-685.
[139] Gao QY et al.: Novel coronavirus infection and gastrointestinal tract. J Digest Dis 2020;21:125-126.
[140] Zuo T et al.: Alterations in gut microbiota of patients with COVID-19 during time of hospitalization. Gastroenterology 2020. [doi:10.1053/j.gastro.2020.05.048]
[141] Tian Y et al.: Review article: gastrointestinal features in COVID-19 and the possibility of faecal transmission. A P & T 2020;51;9;843-851.
[142] Ceccarelli G et al.: Probiotics and COVID-19. Lancet Gastroenterol Hepatol 2020;5(8):721-722.
[143] Akour A: Probiotics and COVID-19: is there any link? Letters in Applied Micorbiolpogy 2020;71:229-234.
[144] Di Renzo L et al.: Are probiotics effective adjuvant therapeutic choice in patients with COVID-19? Eur Rev Med Pharmacol Sci 2020;24(8):4062-4063.
[145] Akramiene D et al.: Effects of beta-glucans on the immune system. Medicina (Kaunas) 2007;43(8):597-606.
[146] Chan GCF et al.: The effects of a-glucan on human immune and cancer cells. J Hematol Oncol 2009;2:25.
[147] Kalafali L et al.: Innate Immune Training of Granulopoiesis Promotes Anti-tumor Activity. Cell 2020;183:771-785.
A.4 — Phytotherapeutika:
[148] Block KI, Mead MN: Immune system effects of echinacea, ginseng, and astragalus: a review. Integr Cancer Ther 2003;2(3):247-67.
[149] Hudson JB: The use of herbal extracts in the control of influenza. Journal of Medicinal Plants Research 2009;3(13):1189-1195.
[150] Catanzaro M et al.: Immunomodulators Inspired by Nature: A Review on Curcumin and Echinacea. Molecules 2018;23(11):2778.
[151] Ross SM et al.: Echinacea purpurea: A Proprietary Extract of Echinacea purpurea Is Shown to be Safe and Effective in the Prevention of the Common Cold. Holist Nurs Pract 2016;30(1):54-7.
[152] Aucoin M et al.: The effect of Echinacea spp. on the prevention or treatment of COVID-19 and other respiratory tract infections in humans: A rapid review. Adv Integr Med. 2020;7(4):203-217.
[153] Schoop R et al.: Echinacea in the prevention of induced rhinovirus colds: a meta-analysis. Clin Ther 2006;28(2):174-83.
[154] Rantzsch U et al.: Antiinflammatory effects of myrtol standardized and other essential oils on alveolar macrophages from patients with chronic obstructive pulmonary disease. European Journal of Medical Research 2009;14(Suppl 4):205-9.
[155] Begrow F et al.: Effect of myrtol standardized and other substances on the respiratory tract: ciliary beat frequency and mucociliary clearance as parameters. Advances in therapy 2012;29(4):350-8.
[156] Rebensburg S et al.: Potent in vitro antiviral activity of Cistus incanus extract against HIV and Filoviruses targets viral envelope proteins. Sci Rep 2016;6:20394.
[157] Zdrojewicz Z et al.: Cistus – queen of teas. Pol Merkur Lekarski 2018;45(266):53-56.
[158] Catanzaro M et al.: Immunomodulators Inspired by Nature: A Review on Curcumin and Echinacea. Molecules 2018;23(11):2778.
[159] Sahebkar A et al.: Efficacy and safety of curcuminoids in clinical practise: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Pain Med 2015.
[160] Gilbert NC et al.: Structural and mechanistic insights into 5-lipoxygenase inhibition by natural products. Nature Chemical Biology 2020. [doi:10.1038/s41589-020-0544-7]
[161] Jiang Y, Tu PF: Analysis of chemical constituents in Cistanche species. J Chromatogr A 2009(Mar 13);1216(11):1970-9.
[162] Zhang K et al.: Extracts of Cistanche deserticola Can Antagonize Immunosenescence and Extend Life Span in Senescence- Accelerated Mouse Prone 8 (SAM-P8) Mice. Evid Based Complement Alternat Med 2014;2014:601383.
[163] Zhang A et al.: Immunostimulatory activity of water-extractable polysaccharides from Cistanche deserticola as a plant adjuvant in vitro and in vivo. PLoS One 2018;13(1):e0191356.
A.5 — Sonstige Quellen:
[164] Gonzalez MJ: Personalize Your COVID-19 Prevention – An Orthomolecular Protocol. Orthomolecular Medicine-News-Service 4.6.2020.
[165] Meduri GU, Kory P et al.: Front Line COVID-19 Critical Care Working Group Urges Immediate Adoption of „MATH+“-Early Intervention Protocol for Any ER or Hospitalized Patient Developing Breathing Difficulty; A Treatment Strategy Directed at Suppressing Hyper-Inflammation to Reduce the Need for Ventilators & Save Lives. Online veröffentlicht am 24.4.2020 auf www.covid19criticalcare.com.
[166] Iglesias J et al.: Outcomes of Metabolic Resuscitation Using Ascorbic Acid, Thiamine, and Glucocorticoids in the Early Treatment of Sepsis. Chest 2020;158(1):164-173.
[167] Mitchell AB et al.: Vitamin C and Thiamine for Sepsis and Septic Shock. Am J Med 2020;133(5):635-638.
[168] Marik PE et al.: Hydrocortisone, Vitamin C, and Thiamine for the Treatment of Severe Sepsis and Septic Shock: A Retrospective Before-After Study. Chest 2017;151(6):1229-1238.
Die nachträglich hinzugefügten Quellenangaben zu [169-171] finden Sie im Abschnitt „A.2 — Mikronährstoffe”.
Anhang B: Glossar zu Teil 1
ACE | Angiotensin Converting Enzyme |
CD4/8 | Cluster of differentiation 4/8 |
COX-2 | Cyclooxygenase 2 |
CRP | C-reaktives Protein |
ICAM-1 | Intercellular adhesion molecule 1 |
IgM/IgG | Immunglobulin M/G |
IL | Interleukin |
INF | Interferon |
iNOS | induzierbare Stickstoffmonoxidsynthase |
LMW-Heparin | Low Molecular Weight Heparin |
MAPK | Mitogen-activated protein-Kinase |
NF-κB | Nuclear factor kappa-light-chain-enhancer of activated B-cells |
NK-Zellen | natürliche Killerzellen |
PGE2 | Prostaglandin E2 |
RDA | Recommended Daily Allowance (Mindestzufuhr) |
SAA 1/2 | Serum amyloid A (Akutphase-Protein) |
sIgA | Sekretorisches Immunglobulin A |
SOD | Superoxiddismutase |
SOCS | Suppressor of cytokine signaling |
STAT 3 | Signal transducer and activator of transcription 3 |
TNF-α | Tumornekrosefaktor alpha |
UIL | upper intake level (sichere Höchstzufuhr in der Prävention) |

Virale Infekte und Langzeitfolgen am Beispiel von Long-Covid
2. Auflage 2022
(auch als professionell gedrucktes Heft im DIN A5 Format erhältlich. — Sprechen Sie uns einfach im Rahmen Ihrer nächsten Bestellung über unsere üblichen Kontaktwege an.)